Die Leidensgeschichte des Yeshua ha Maschiach (Jesus Christus)

Seit Beginn der 2. Hälfte des 20.Jahrhunderts ist es in diversen heimischen Kirchenkreisen populär, z.B. beim Nostra Aetate des 2. Vatikanisches Konzils 1965, das Verbindende zwischen den Kulturen aufzuzeigen.

Dies ist auch überaus gut so. Eines der schwierigsten Probleme in diesem Zusammenhang jedoch wird sicherlich die Frage sein, inwieweit man die Bibel dem politischen Anstand zuliebe abändern und zensieren, bzw. dem jeweiligen Machtgeschmack anpassen darf.

Diesbezüglich konnte man erwarten, dass Planung, Regie, Finanzierung und Uraufführung von  Mel Gibsons wahrheitsgetreuem Film „Die Passion Christi“ eine große Herausforderung an die Betreibenden sein würde. Für nötigen Diskussionsstoff war somit schon im Vorfeld gesorgt.

Wohl nicht weiter erwähnt werden muss, dass Mel Gibson den Film, für Filmgrößen seines Formats sonst höchst unüblich, aus eigenem Geldbeutel vorfinanzieren musste. Dies wird (wahrhaft) zeitkritische Seelen, deren Geist von der freudianisch geprägten, veröffentlichten Meinung noch nicht vorvereinnahmt ist, nicht verwundern. Welches Interesse sollte das Geldpatriarchat auch an einem Bestseller haben, der Genusssucht, Pharisäertum und die Sklaverei des internationalen Materialismus der Macht der Liebe, der Wahrheit und der Erlösung gegenüber stellt?

Stellt dieses Filmwerk etwa in seinen sicherlich nachhaltigen Konsequenzen eine Bedrohung für die hedonistische Dekadenz und den übersprudelnden Materialismus der westlichen Gesellschaft dar?

Print- und Funkmedien in deutschen Landen wollen uns auf mehr oder weniger subtile Weise von Besuchen dieses Films abraten.

Sie stoßen sich an einer angeblich allzu realistischen Darstellung von Gewalt. Dies mag nicht allzu sehr verwundern! - Ist denn nicht das Blut in der Bibel das  Zeichen für den Geist der Wahrheit - eben gerade jene Essenz, die den pharisäerhaften Schreibtischtätern der heimischen Gutmenschenriege bedrohlich erscheint?

Hedonismuspropagierende Filme jedoch, die von üppigsten Gewalt- und Pornoszenen strotzen, werden von der selben heimischen Medienallianz der Political Correctness nur zu oft hochgejubelt! Das Thema Religion wurde in der zeitgenössischen Kunst, Kultur und Filmerei des Abendlandes bisher generell verdrängt, es sei denn es galt dieselbe lächerlich zu machen.

Insofern wird der Kinobesucher als Teilnehmer eines der ungewöhnlichsten Kapitel der Filmgeschichte Zeitzeuge eines cineastischen Umbruchs! Dieser könnte auch Symptom und Signal für eine kollektive Rückbesinnung auf traditionelle Lehren und Anschauungen darstellen -Werte,  die auf der Schöpfung Gottes basieren!

Der Streifen verkündet unverblümt die Wahrheit- ist nichts für jene, die schwache Nerven haben, oder deren Geist sich, durch Zustimmung zur Gehirnwäsche eines fast lückenlosen Benachrichtigungssystems der Gutmenschen zu dem eines sich seiner Rolle unbewussten Opportunisten degradierte.

Um mit Ingeborg Bachmann zu sprechen "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar" - auch wenn dieselbe schmerzen mag, da sie anerzogene Denkschemen, die bequem und populär erscheinen, in Frage stellen.

 Funktion des Films der Passion Christi für Mensch und Gesellschaft:

Für diejenigen, die sich in innerer Offenheit auf dieses Kinoerlebnis einzulassen gestatten, kann dieses als eines der intensivsten Gefühlserlebnisse erfahren werden. Beim Betrachten des Films fühlt sich der Kinobesucher trotz der Vertonung in aramäischer und lateinischer Originalsprache (mit deutschen Untertiteln) schnell ganz in die Welt Jesu hineingemalt. Das Werk vermittelt ihm das Gefühl selbst Augenzeuge des Geschehens vor 2 Jahrtausenden zu sein.

Der Film beginnt mit düster erscheinenden Pastell-Licht-Aufnahmen biblischer Sentenzen, die andeuten wollen, wie Licht aus dem Dunkel auf die Erde dieser Zeit dringen will bzw. wie das Licht den Menschen aus seiner materiellen Verdunklung hervorrufen möchte.

Ausgezeichnet ist das Herausmalen biblischer Metaphern, denen wir bei entsprechendem Bewusstsein auch in der Gegenwart begegnen können, wodurch dieser Film eine besondere Synchronizität mit dem Geschehen der Jetztzeit und dadurch eine unter die Haut gehende Authentizität erlangt:
Das Pharisäertum, getrieben von einem machtbesessenen Kaiphas, will den willfährigen und wankelmütigen Autoritäten (im Film die Römer) durch politischen Druck einen für die Machtverhältnisse vermeintlich gefährlichen sektiererischen Anführer (Jesus)aus dem Weg räumen. Könnte dieser doch den Glauben der willigen Menschen an die Gebote des Materialismus durch das Gesetz der Liebe und der göttlichen Ordnung zerrütten.

Die Lyrik des Films ist schockierend schön, selbst in Gewaltszenen kommt in ihm überraschenderweise eine unter die Haut gehende beeindruckende Ästhetik zum Ausdruck.

Ab Mitte des Films, der den Besucher durch eine ihm innewohnende Kraft tief berührt, wird dem spirituell Kundigen klar, dass die Regie dieses Streifens allein vom Heiligen Geist diktiert wurde, gerade so als ob Gott selbst seine Stimme durch diesen Film erschallen hätte lassen wollen, um zu Reue und Selbstkorrektur aufzurufen. Mel Gibson selbst durfte als Regisseur wohl nicht viel mehr als ein Werkzeug Gottes gewesen sein.  Kein von Menschenhand gedrehter Film vermag so abgründig uns als Seelen zu treffen, könnte so tiefklaffend die Emotionen der Menschen aufrühren. Das Filmwerk imponiert nicht nur durch seine historische Genauigkeit und Liebe zum Detail, sondern zu allererst auch durch seine therapeutische Funktion, die den Besucher in dessen Innersten zu neuer Besinnung wachruft:

Die Passion Christi zielt nicht alleine darauf ab, die Bedeutung der Liebe zu lehren. Dies ist wohl jenseits dessen, was gelehrt werden kann. Er zielt vielmehr darauf ab, die Blockaden in den Energieflüssen des Körpers zu entfernen, die ein Wesen daran hindern können, der Gegenwart der Liebe, die sein angestammtes Erbe ist, bewusst zu sein.

Die Polaritäten der Erde (einerseits diejenigen, die mit dem Gesetz Gottes arbeiten, versus denjenigen, die es verspotten, in Frage stellen und versuchen, es lächerlich zu machen) werden in dem Film auf hervorragende Weise gezeichnet und herausgearbeitet: Etwa durch markante Szenen, in denen die Kameraführung vom Blickwinkel Jesu abwechselnd von links nach rechts und wieder retour schwenkt:

z.B. eine Szene am Kreuzweg:

Links des Weges Apostel Johannes mit Maria, rechts gegenüber Kaiphas mit dem Dämonenführer knapp im Hintergrund (vielleicht als Hinweis auf die Einflussverhältnisse?), die jeweils paarweise Jesus beobachtend auf seinem Todesweg mitbegleiten.

Der Dämonenführer taucht auch in anderen Sentenzen des Films mehrfach auf.

Er trachtet er danach den zur Erlöseraufgabe geborenen Gottessohn von dessen Mission, den Lospreis für die Menschheit zu erbringen, abzulenken.

In einer anderen Szene wieder werden die beiden Gekreuzigten zur linken und rechten Christi gezeigt: Der transzendentalen Ordnung entsprechend wird dem reuigen Mitverurteilten von Jesus bei dessen physischen Tod das Paradies versprochen, der andere Unreuige jedoch wird von den Todesgeistern gequält (im Film versinnbildlicht durch die schwarze Krähe, die mit Schnabelhieben den unreuigen Sünder malträtiert)!

Viele Aussprüche des Erlösers legten neuere Maßstäbe als das Alte Testament, stießen vermutlich vor allem bei den Pharisäern auf Unbehagen, so etwa jener Ausspruch von Jesus in der Bergpredigt:

"Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen
Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und betet für die,
die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel
werdet;…Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen
Lohn könnt ihr dafür erwarten?“

Dieser Film ist für den Gläubigen ein geistig-spirituelles Erlebnis,  das diesen bis in die tiefsten Schichten der Seele aufrührt. Minutenlanges betroffenes Schweigen herrschte  nach den Uraufführungen, eine bleibende Stille, die signalisieren wollte, dass der Kinobesucher gerade etwas fast unvergessliches selbst miterleben durfte.  Im Bewusstsein dessen, der diesen Film sieht, wird in der Folge kein Stein auf dem anderen bleiben. Ohne tiefe seelische Aufarbeitung kann der Besucher schwer zum Tagesablauf übergehen.

Die göttliche Liebe, die Hingabe zu den suchenden Seelen der Kreaturen und die bedingungslose Vergebungsbereitschaft Jesu werden im Film mehr als deutlich herausgearbeitet.

Als Jesus unter der Last des Kreuzes (der Schuld der Menschen) zusammenbricht, zwingen Soldaten, den aus Libyen stammenden Bauern Simon von Kyrene, dass er Jesus das Kreuz tragen helfe.

Dies mag auch als symbolischer Hinweis an uns heute gedeutet werden, dass letztlich auch das einfache Volk unter den Taten des Geldadels leidet, und das Kreuz der mit zu verantwortenden Schuld (Mitläufertum) in Konsequenz mittragen muss.

Das enthusiastische Aufgehen im Willen seines Vaters, zeichnen den Kreuzweg des Messias nach Golgotha den ganzen Streifen hindurch.

Das Leben Jesu ist gezeichnet durch Herausforderungen, Intrigen und Provokationen seitens dunkler Mächte und jenen der Ungläubigen, Zeitgenossen, die ähnlich unserem aufgeklärten modernen „Menschen“ sich das Recht einräumen zu manipulieren, zu kontrollieren, und Macht und Hegemonie auszuüben, vor allem um eigene Pfründe und Kontrolle zu sichern. Jesus Christus wird deshalb als Sohn Gottes kategorisch verleugnet, verhöhnt, für verrückt erklärt, physisch und mental attackiert, bespuckt und schließlich gekreuzigt!

Ignoranz, mangelnde Entsprechung dem eigenen Gewissen, Ausreden, Opportunismus und vor allem Angst sind dafür verantwortlich, dass niemand unter den herbeigeströmten Zuschauern sich dem Spektakel der Passion und Hinrichtung Christi entgegenstellt und der Menge entgegen schreit, dass dies alles ist doch nicht in Ordnung sei,  dass Jesus unschuldig ist und die Vorwürfe letztlich doch nur auf einem elenden Machtspiel basieren.

Hier zeigt die Passionsgeschichte klar, wie es dazu kommen konnte, dass Jesus, den wir den Sohn Gottes nennen, so grausam hingerichtet wurde. Wir sind es selbst mit unserer ganz normalen, alltäglichen Menschlichkeit, wir haben Jesus gekreuzigt und wir tun es weiter, Tag für Tag, Situation für Situation!

Die messianische Bereitschaft Jesu Christi all die irdischen Laster der von bösen Geistern besessenen Menschen durch Opferbereitschaft, Verstehen und innere Anteilnahme anzunehmen und zu höheren Qualitäten zu transmutieren, schafft letztlich ultimative Freiheit über alles Erdbezogene!

Botschaft an uns ist es die fehlgeleiteten Aspekte unseres Seins zu höheren Facetten des Menschseins zu transformieren!

Die Frage nach Grundaussagen der Wahrheit wird selbstverständlich von jenen Tot- und Vernichtungskritikern abgeblockt, die nicht bereit sind, über den blauen Faden dieses Films nachzudenken, sich über die hinter diesem Film lebende Wahrheit und Grundaussage Gedanken zu machen. Denn die Konsequenz einer Nachfolgerschaft Jesu deutet dieser seinen Jüngern an, indem er ihnen ankündigt, das sie selbst seinetwillen verfolgt würden.

Das vergossene Blut Jesu symbolisiert im Film den Geist der Wahrheit, der wie das Blut den physischen Körper, das ganze innere Wesen des Menschen durchströmen soll!

Als Christus, nachdem ihm der Essig gereicht wurde,  kurz bevor er von Engeln in den 2. Himmel² hinaufgezogen wird, den Schlusssatz verkündet „Es ist vollbracht“ ist damit gemeint die Schulden sind jetzt getilgt, der Lospreis wurde erbracht.

„Es ist vollbracht“ als Vermächtnis an jeden einzelnen von uns, sich selbst als Strahl Gottes zu erkennen.

Als der Lospreis durch einen auserwählten, göttlichen Menschen (Messias) erbracht ist,  kann nicht nur eine symbiotische Wiederverschmelzung des Menschen mit Gott, sondern auch eine in die andere Richtung - Gottes mit dem Menschen stattfinden: Dies wird symbolisiert durch die Träne Gottes als das „die Wahrheit versprühende“ Blut Christi nach dem Lanzenstich sich auf die Kreuziger (uns Menschen) und die Erde ergießt. Als dies stattfindet geht nicht nur der Geist Gottes potentiell auf die Erde, sondern auch die Emotionalität als wichtigste Gabe des Menschen an die Gottheit über.

Im Film wird dieses ausgedrückt durch die Träne Gottes, die vom Himmel fällt und  in der Folge ein Erdbeben auslöst. Dieses geschieht, um die Menschen aus dem, was sie tun,  wachzurütteln. In weiterer Konsequenz spaltet dieses Beben, welches durch die  Wiedervereinigung des Menschen mit Gott initiiert wurde, gar den Palast der Pharisäer, welcher die Macht der Heuchelei repräsentiert. Daran an schließt sich die Frage, ob die Passion Christi auch in der heruntergekommenen westlichen Gesellschaft unserer Zeit mittelfristig notwendige Reinigung und  Umwälzung auslösen wird.

Jesus starb nicht in Golgatha, denn in den Augen der Wahrheit gibt es keinen Schmerz, kein Leid, keinen Tod! Es gibt nur das Leben und wechselnde Spielebenen.

Der zur Erlösermission herabgekommene Gottessohn sah sich, da er als ein für sich reiner Gottesstrahl in seiner Sichtweise weder von der dämonischen  Welt des gefallenen Engels noch von der Bewusstsein tötenden Illusionswelt der Kräfte des Materialismus getrübt wurde, als Gewissen der Welt. Da Jesus sich selbst als die Gesamtheit der Welt - die seiner Peiniger mit eingeschlossen - erkannte, nahm er das Kreuz der Welt in der Leidensgeschichte willig auf sich. In seiner uneingeschränkten Identifikation mit der gesamten Schöpfung entscheidet sich Christus gleich Gott Atlas in der griechischen Mythologie, die Last (Schuld) der Welt auf seinen Schultern zu tragen.

Hier könnte auch ein wichtiger Hinweis des Films für den Gläubigen bestehen:

Durch die hingebungsvolle Bereitschaft das Kreuz kollektiver Verantwortung auf sich zu nehmen, erfährt der Träger das spontane Enden des Gefühls des Getrennt Seins von der Welt.

Die Auferstehung Jesu steht für den Abschluss seines seelischen Heil- und Ganzwerdungsprozesses (indem er sich selbst als das Ganze der Welt erkannte und in Folge dafür Verantwortung übernahm).

Hierin mag das Rätsel als Botschaft gründen, worin die Kraft Passion Christi für den gläubigen Zuseher gründet: Auch der Mensch selbst kann durch Akzeptanz der eigenen Nachfolgerschaft des Sohn Gottes zu seiner eigenen gesamtpersönlichen Heilwerdung gelangen.

 

²An-nisaa 158

 

Anna Katharina Emmerich aus Dülmen/Westfalen - Eine "Urmutter" des Films ' The Passion of Christ '

Die Hierarchien von Engeln und noch höheren Wesen

Der Begriff der „Steigerung“ in der Goetheschen Metamorphosenlehre

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